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Sind wir noch zu retten?

Der 6. theaterpädagogische Kurs spielt Thornton Wilder „Wir sind noch einmal davongekommen“

Der 6. Theaterpädagogischer Ausbildungskurs des Fördervereins THEATERTAGE AM SEE mit dem SEMINAR FÜR DIDAKTIK UND LEHRERBILDUNG MECKENBEUREN steht unmittelbar vor seinem Abschluss. Die Abschlussinszenierungen der vergangenen Jahre erregten großes Aufsehen in der Region, auch der 6.Kurs wird alles daran setzen, ein begeistertes Publikum zu hinterlassen. Mit der Inszenierung 2007 wird ein inhaltlicher Bogen zum Themenkomplex „Nachhaltigkeit“ hergestellt, neben Theater dem zweiten Profilbereich des Seminars Meckenbeuren. Gespielt wird in diesem Jahr ein Klassiker des modernen Dramas. „Wir sind noch einmal davongekommen“ von Thornton Wilder.

Wilders Schauspiel gehört zu den großen dramatischen Werken der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts. Es entstand unter dem Eindruck der apokalyptischen Erfahrungen des 2. Weltkrieges und wurde 1942 in New York uraufgeführt. (Originaltitel The skin of our teeth) Wilders selbstironischer Blick auf den Menschen, sein meisterhafter Umgang mit Verfremdung, seine archetypischen Figuren umspannen die ganze Menschheitsgeschichte. Ihnen widerfährt Eiszeit, Sintflut und Krieg. Trotz aller Katastrophen fassen sie immer wieder Mut zum Leben, wagen den Neuanfang - mit anderen Worten: Sie sind nicht unterzukriegen.

Der 6. Theaterausbildungskurs interpretiert Wilders tragische Komödie vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Klimadebatte und sucht nach der heutigen Aktualität des Stückes.
Der 2. und 3. Akt wird getauscht, am Ende steht die Sintflut, die nicht als Wolkenbruch und Unwetter aufzieht, sondern bei schönstem (Vergnügungs-)Wetter durch ansteigenden Meeresspiegel „sich heranschleicht“. Die Inszenierung lenkt den Blick auf die Anteile des Menschen an diesen (seinen?) Katastrophen und fragt, ob er in der Lage ist, daraus zu lernen? Der Chor, angelehnt an die antike Tragödie - die getanzten Wendungen (Strophen) und die jähen Gegenwendungen (Katastrophen) verweisen auch auf die etymologische Seite des Begriffs Katastrophe - wird mit ins Zentrum der Aufführung rücken.

Regie führt wie immer das bewährte Team mit dem Leiter der Ausbildung Jürgen Mack und der Choreographin Pia André. Beteiligt sind 21 Lehrerinnen und Lehrer aus allen Schularten, darunter 16 Lehreranwärter des Seminars Meckenbeuren. Die Darsteller kommen von Tuttlingen bis Altusried, vorwiegend jedoch aus Schulen im Umfeld von Ravensburg, Friedrichshafen und Tettnang.

 

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